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Der Linienwall
und die Landstraßer Linienämter
 

Aus Verteidigungsgründen wurde diese äußere Befestigung zwischen Vorstädten und Vororten, also ungefähr an der Stelle der heutigen Gürtelstraße (ab 1873), zwischen März und Juli 1704 errichtet. Zu den Schanzarbeiten waren alle Bewohner der Stadt zwischen 18 und 60 Jahren verpflichtet, oder sie mussten einen Vertreter stellen. Täglich waren deshalb etwa 1.000 Personen mit den Bauarbeiten beschäftigt.

Aus "Die Vorstädte, Weißgerber und Erdberg durch den k.k.Kataster aufgenommen im Jahre 1829 und durchaus berichtigt im Jahre 1846", J. Orth

Der Kartenausschnitt zeigt den Linienwall zwischen der heutigen Prinz-Eugen-Straße und Erdberg. An den Stellen, wo Straßen bzw. wie im Fall der Landstraße der Wiener Neustädter Kanal den Linienwall kreuzten, wurden Tore und ärarische Ämter erbaut, um die Mauten (= Verzehrsteuer)  für in die Stadt eingeführte Waren einzuheben.

Blick von der Heugasse (heute Prinz-Eugen-Straße) stadtauswärts
Auf dem Bild ist die sogenannte Belvederelinie am Ende der heutigen Prinz-Eugen-Straße zu sehen; im Hintergrund links erkennt man den ehemaligen Staatsbahnhof (heute Südbahnhof).
Waisenhauskirche links im Hintergrund
Das Bild zeigt den Wiener Neustädter Kanal beim Linientor und rechts das Mauttor am Rennweg.
Rechts das Erdberger Linienamtsgebäude, Blick stadteinwärts

Das Erdberger Linienamtsgebäude befand sich an der heutigen Kreuzung Erdbergstraße und Schlachthausgasse, wo sich später das Erdberger-Kino  befand.
"Da das Leben innerhalb der Linien infolge der Besteuerung der Lebensmittel teurer war als außerhalb, bildete der Linienwall zugleich eine soziale Grenze, da sich die minderbemittelten Bewohner außerhalb der Linienwalls ansiedelten (wo wegen der niedrigeren Grundstückspreise auch die Mieten billiger waren); diese Entwicklung führte nicht nur zur Ansiedlung von Industriebetrieben in der Nähe der Arbeiterquartiere, sonderen auch zum Entstehen von Rasterwohnvierteln mit Substandardwohnungen. Die niedrigeren Lebenshaltungskosten waren bei den Verhandlungen über die Eingemeindung der Vororte ein wesentliches Argument der Eingemeindungsgegner. Als die Eingemeindung schließlich 1890/92 vollzogen wurde, wurde der Linienwall der Gemeinde übergeben und ab 5. März 1894 demoliert" (zit. aus Felix Czeike:  "Historisches Lexikon Wien", Band 4, Seite 69).

Abbruch des Linienwalles
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