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Das "Erbsensackl"  in Erdberg

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert lebte die Wiener Arbeiterschaft in großem Elend. Das Mietenproblem war für viele nicht zu bewältigen. Es war die Zeit, als Unterstandslose im Erdberger Mais in selbst gegrabenen Erdlöchern vegetierten.
Zu dieser Zeit war es schon ein Segen, wenn Menschen, die sich keine Wohnung mieten konnten, weil sie zu wenig Einkommen hatten, in einem Obdachlosenheim ein Dach über den Kopf bekamen. Eine solche private Institution befand sich in der Schimmelgasse auf Nummer 17, das von den Betreibern hochspurig als Logierhaus "Zum Bienenstock" bezeichnet wurde. Bald wurde es aber in Erdberg als Erbsienhaus oder Erbsensackl bezeichnet. Die schrecklichen Verhältnisse in diesem viergeschoßigen Haus schilderte Max Winter in seinem Buch "Im dunkelsten Wien"

Das Asyl war in dem fünfgeschoßigen Haus untergebracht

Den 330 Parteien stand je ein Zimmer in der Größe 5,7 m x 3,8 m zur Verfügung. In jedem Stockwerk gab es nur eine Toilette, in denen Ratten daheim waren.
Die Bezeichnung  Erbsien entstammt dem Verbrecherjargon und bedeutet soviel wie Strafanstalt, in denen ja damals Hülsenfrüchte das Hauptnahrungsmittel waren. Ebenso verhält es sich mit dem seinerzeit verbreiteten Grußworten: "Servas mit Lins". 

Ein Gang im Inneren des Hauses

Die Zimmer lagen an den langen Gängen, wo es infernalisch von den Aborten stank,  nebeneinander aufgereiht wie die Zellen in einem Gefängnis.
Das Haus wurde erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts abgebrochen.
Der Vollständigkeit halber seien noch die zwei anderen ehemaligen Obdachlosenasyle auf dem Gebiet unseres Bezirks in der Blattgasse und in der Beatrixgasse erwähnt.