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            Landstraßer Trümmerjahre
nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges

Im April 1945 waren mehrere Tausend Wohnungen in unserem Bezirk total oder teilweise zerstört. Besonders stark war das Fasanviertel zerstört.

Es gab natürlich auch keinen öffentlichen Verkehr, weder Straßenbahnen noch Autobusse standen zur Verfügung. Vielmehr lagen in den Straßen Leichen, tote Tiere und ausgebranntes Kriegsgerät.

Landstraßer Gürtel, Blick in die Fasangasse

Bombenruinen säumten die Straßen, in denen große Schutthaufen lagen. Menschen, die alles verloren hatten, suchten im Schutt nach brauchbaren Gegenständen.

In Parkanlagen und Grünflächen hatten Überlebende ihre toten Angehörigen provisorisch beerdigt.

Notgräber in der Grünanlage Juchgasse

In der ganzen Stadt war die Gas- und Stromversorgung zusammengebrochen. Um nachts Licht zu haben, versuchte jede Familie einige Kerzen zu ergattern.
Das Kochen konnte oft nur auf kleinen selbst zusammengebauten Öfchen im Freien durchgeführt werden.

Da auch die Wasserleitungen zerstört waren, mussten die Menschen Wasser in Kübeln von Hydranten holen.
Besonders findige Hausfrauen wuschen auch gleich die Wäsche bei funktionierenden Hydranten.

Die Versorgung mit Lebensmitteln begann erst zaghaft nach dem Sommer zu funktionieren. Aber auch nun waren diese ebenso wie während des Krieges rationiert, und man erhielt nach allwöchentlichen "Aufrufen" nur bestimmte Lebensmittel in sehr geringer Menge.
Im Winter 1945/46 erklärte eine Kommission der Vereinten Nationen, dass die Wiener Bevölkerung von einer Hungersnot bedroht sei, die Tausende Todesopfer fordern würde, wenn ihr nicht geholfen würde.
Das war das Signal für die Sowjetunion, deren Bürger durch die Kriegszerstörungen selbst Not litten, vor Weihnachten 1945 viele tausend Tonnen getrocknete Erbsen nach Wien zu schaffen.
Alle Menschen waren trotzdem von einem unbändigen Wiederaufbauwillen durchdrungen, und es ist rückblickend verwunderlich, wie die Stadt verhältnismäßig rasch schrittweise zur Normalität zurückkehrte.