die Balettmeisterin

Ich beginne den Reigen mit Josephine Weiß (1804-1852), einer Ballettmeisterin aus der Biedermeierzeit. Sie trainierte in den Vierzigerjahren des 19. Jahrhunderts das Kinderballett des Josefstädter Vorstadttheaters und wurde mit ihren Schutzbefohlenen zu einer Tournee nach Süddeutschland eingeladen. Ein Engagement folgte dem andern, und schließlich waren die Künstler 1846 in London. Hier erhielten sie eine Einladung nach Amerika. Die "Allgemeine Theaterzeitung" vom 12. Oktober 1946 berichtete davon, dass das Schiff, mit dem die Überfahrt durchgeführt wurde, strandete und erst nach längerer Zeit die Fahrt fortsetzen konnte. Die Erfolgssträhne hielt auch in den Vereinigten Staaten an, und 1850 findet man die unternehmungslustige Frau mit einem Ballett - die ursprüngliche Truppe musste immer wieder durch Kinder aus den Ländern, wo sie gastierte, aufgefrischt werden - in Philadelphia, von wo Frau Weiß als wohlhabende Frau nach Europa zurückkehrte und für sich und ihren Ehemann, den Bassisten Eduard Lorenz Weiß, den "Wällischhof" in Brunn am Gebirge kaufte.
Sie konnte sich ihres Reichtums nicht lange erfreuen, weil sie schon 1852 starb. In meinem neuen Buch Der St. Marxer Friedhof, das nun bei uns im Museum aufliegt, findet der Leser eine Vielzahl solcher G'schichterln. Ich habe es aber auch bewusst als Hilfe für Besucher des Friedhofs gestaltet.

Übrigens können Interessenten dieses Buch auch im Onlineshop erwerben.