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Bezirksmuseum Wien3 Blog

Hier berichten wir über das Geschehen aus dem Bezirksmuseum Landstraße, gemeinsam mit Freunden unseres Museums

So war das

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Im vergangenen Sommer habe ich, wie schon in den letzten fünf Jahren, während meines Urlaubs in Kärnten ein Buch "verbrochen". Es trägt den nichtssagenden Titel SO WAR DAS, und damit die möglichen Leser ein wenig neugieriger werden, habe ich mich für den Untertitel DER ENKEL EINES WIENER DIENSTMANNS ERINNERT SICH entschieden.

Die Entstehungsgeschichte ist ähnlich wie die der fünf Sachbücher. Immer hat irgendwann irgendjemand zu mir gesagt: "Sagen Sie" bzw. "Sag einmal" - "wo kann man das nachlesen?" Und dann musste ich immer antworten: "Tut mir Leid, das wurde nirgends aufgeschrieben; alles das sitzt in meinem Kopf".

Und so war das auch, wenn ich aus meinem Leben erzählte und in meinen Erinnerungen kramte: Erster Gehversuch im Kleinkindalter mit neun Monaten verbunden mit einer Blutvergiftung an der linken Hand, die beinahe zur Amputation des Unterarms geführt hätte. An meine Freundschaft im Kleinkindalter mit unserem Nachbarn, dem Schuhmachermeister Josef Hrad, der mich Liedchen gelehrt hatte, die ich noch heute kenne, erinnere ich mich gerne; allerdings hatte er auch ein Sprücherl verfasst, das mich schon damals begeisterte; für das Aufsagen desselben vor meinen Eltern gab es Ohrfeigen von meinem Vater.

Schuster, scheißt er und hust' er,

scheißt er nicht, dann hust' er,

hust' er nicht, dann scheißt er.

Scheißt er nicht und hust' er nicht,

dann ist er auch auch kein Schuster nicht.

Mein mütterlicher Großvater Leopold Brunner, der Dienstmann und Nachtwächter am Tandelmarkt in der Rossau war, seine von mir geliebte Lebensgefährtin Henriette "Jettinko" Tabak, der Nazifreund meines Vaters - auch "der Vati" war illegales Mitglied der NSDAP schon seit meinem Geburtsjahr 1931 - Joschi Milaberski, der in den Putsch des Jahres 1934 verwickelt war, die jüdischen Freunde meiner Mutter in der Leopoldstadt - sie pflegte diese Freundschaften trotz der ständigen Proteste meines antisemitisch gesinnten Vaters - und in der Brigittenau, meine Garser väterliche Großmutter, die Schuldienerin Fanny Hauer und natürlich die ganze Verwandtschaft rundherum schildere ich so färbig wie möglich.

Ich erzähle aber auch meine Erlebnisse in der Nazizeit, als unsere Familie von heute auf morgen als "politisch unzuverlässig" eingestuft, und ich deshalb aus der Oberschule für Knaben geschmissen wurde. Meine inhomogene  Entwicklungsperiode nach 1945 - Mitglied der FÖJ, Schauspieleleve, Schlagzeugspieler (heute heißt das Drummer), Chorsänger im Theater an der Wien, dem Ausweichquartier der Wiener Staatsoper, meine ständigen Liebschaften und die Zeit, als ich dreimal wöchentlich beim "Thumser draußen in Neulerchenfeld" verkehrte - sind ebenso Inhalt des Buches, wie auch mein Beruf als Lehrer, die abenteuerlichen Reisen durch Europa, nach Amerika und Südostasien, die ich mit meiner geliebten vierten Ehefrau Veronika unternehmen durfte und die Tätigkeit in "meinem" Bezirksmuseum. Na ja, in 81 Jahren kommt schon einiges an Erinnerungen zusammen.

Alle, die es interessiert, sind zu meiner Lesung am Dienstag, 23. Oktober 2012 ab 18:00 Uhr im Bezirksmuseum Landstraße eingeladen. Um in etwa zu wissen, mit wie vielen Zuhörern ich rechnen darf, bitte ich mich zuvor unter (01)4000-03127 oder 069910679094 anzurufen.

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Guest
Guest Saturday, 14 December 2019

F A Q zum Blog

Q
Wie kann ich hier Blogger werden
A

BloggerUm selber Blogger zu werden, müssen Sie registriert sein. Als Forscher oder als Museumsleiter. Oder als Mitarbeiter, oder auch als Freund eines Museums. Sie haben sicher gemerkt, dass es Maler, Autoren hier z.B. gibt. Sie werden dann vom Administrator freigeschalten.

Q
Kann ich in mehreren Kategorien schreiben
A

Ja, bitte dazu eine Meldung an den Webmaster (webmaster@forschmit.at) schreiben mit der Wunschkategorie

Q
Wie schreibe ich einen Blog?
A

Worum geht es: einem Blogger sollte daran gelegen sein, dass seine Artikel nicht einfach nur gelesen, sondern auch gern gelesen werden. Es kann also nicht schaden, ein paar Grundsätze für gutes und verständliches Schreiben zu beachten. Ich persönlich verwende dafür die Bücher Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben von Rene J. Cappon und Journalistisches Schreiben von Roy Peter Clark, die ich beide nur empfehlen kann (siehe Bilder rechts). Ein paar Grundregeln:

  • Finde eine passende Überschrift: die Überschrift ist das Aushängeschild deines Artikels. Ein Besucher entscheidet meist anhand der Überschrift und der ersten Zeilen, ob er den Artikel lesen wird oder nicht. Ein Tipp, der bei mir funktioniert: ich schreibe erst den Artikel, und danach überlege ich mir die Überschrift. Wenn der Artikel schon fertig ist, fällt es meist viel leichter, eine passende Überschrift zu finden.
  • Strukturiere deinen Text: ein guter Artikel sollte ein klar umrissenes Thema besitzen, das aus der Überschrift deutlich hervorgeht. Längere Texte sollten in thematische Abschnitte mit Teilüberschriften gegliedert werden.
  • Sei transparent: viele Leser möchten gern wissen, wessen Artikel sie da gerade lesen. Dieses Wissen hilft, das Gelesene besser in das persönliche Weltbild einzuordnen. Also: mache in deinem Blog und ggf. in deinem Artikel deutlich, wer da gerade schreibt.
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